Meldepflichtige Ereignisse im Kernkraftwerk Brokdorf
Zu den Antworten der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zu meldepflichtigen Ereignissen im Kernkraftwerk Brokdorf, sagt der Landtagsabgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen für den Kreis Steinburg, Malte Krüger:
Die Antworten der der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage zu meldepflichtigen Ereignissen und relevanten Vorkommnissen besorgen mich sehr. Ich erwarte vom Betreiber PreussenElektra und dem Eigentümer E.ON mehr Sorgfalt und Prävention. Der Konzernleitung von PreussenElektra muss anscheinend wieder klarer werden, dass es hier nicht um den Rückbau eines Abenteuerspielplatzes geht, sondern um ein Atomkraftwerk!
26 sicherheitsrelevante Vorkommnisse liegen aus den vergangenen vier Jahren vor. Ein abgerutschter Brennstab, fehlerhafter Umgang mit Castor-Behältern, ungeeignet abgestellte Sonderbrennstäbe, eine ungesicherte Isolierhaube des Reaktordruckbehälters, die zu einer geringfügigen Kontamination eines Mitarbeiters führte und nicht eingehaltener Brandschutz.
Ursächlich für die Vorkommnisse seien laut Landesregierung alternde Bauteile zusammen mit abnehmender Sicherheitskultur und daraus resultierender menschlicher Fehler im Umgang mit Kernbrennstoffen im stillgelegten Kernkraftwerk. Der Betreiber muss weiterhin für einen sicheren Ablauf auch während der Stilllegung und des Rückbaus sorgen und mit den Mitarbeitenden alle Prozesse gewissenhaft durchführen. Auch beim langen Rückbau der nuklearen Anlage in Brokdorf geht es vor allem um den Schutz von Umwelt und Bevölkerung. Die vom Betreiber vorgebrachten Ideen zur schnelleren Genehmigung beim Rückbau erscheinen vor dem Hintergrund der hohen Zahl an Vorkommnissen zweifelhaft.
Wir Grünen lehnen die Atomkraft ab. Auch die Idee der Mini-AKW sind keine kostengünstige Alternative zu erneuerbaren Energien. Wenn Markus Söder Atomkraftwerke in Bayern bauen will, sollte er sich keinem Endlager verwehren. Schleswig-Holstein bezieht fast 200 Prozent aus erneuerbaren Energien und braucht definitiv keine Atomkraftwerke, weder in Brokdorf noch anderswo. Wir setzen auf sichere und saubere erneuerbare Energien für die Zukunft.
18.03.2026